Mittwoch, 23. November 2011

November = Fotokeller

Heute war der November, wie man ihn sich im allgemeinen vorstellt: kalt, grau, gefrorener Nebel von oben ... auch die Webcams meiner sonstigen Sonnenplätze zeigten heute grau in grau.
Also wanderte das (behelfsmäßige) Fotostudio der Fotostation in den Keller - also konkret das  Hintergrundsystem (günstigst erworben), Blitze (2 günstige Studioblitze und 2 Blitzlampen mit Fotozelle), und der Fernauslöser für den Studioblitz.

Meine Frau hat die Weihnachtsdekoration aufgebaut - schließlich ist nächste Woche der erste Advent. Ein paar Teile habe ich mir geschnappt und im Fotokeller ein wenig herumgespielt:
  • der eine Studioblitz bekam den Fernauslöser dran, die Barndoor (4 Flügel aus Metall, die zur Seite weniger Licht durchlassen), Farbfolie und Wabe (schön gerichtetes Licht) drauf, und wurde auf die halbe Lichtstärke runtergeregelt
  • einer der Blitzlampen wurde mit der 40x40 Softbox gegen die Decke gerichtet
  • das Fotomotiv 1 Meter vom Hintergrund weg aufgestellt
  • das andere Teil des Fernauslösers auf die Kamera, die auf das Stativ, Kamera auf "M", 1/125s, Blende 2.8, 400 ISO, und los.
Die Barndoor ist klasse, aber der andere Blitz sieht den Hauptblitz nicht.
Also erst mal nur mit dem Hauptblitz mit der gelben Folie auf den Kerzenständer und den Mond.



Da musste ich einiges an Grün rausnehmen, um den Goldton des Mondes und der Kerzen zu betonen. Der graue Kerzenständer ist etwas gelb beleuchtet, das passt mir aber.

Wie bekommt man mit den Blitzen eine anständige Belichtung hin? Es gibt sicher viele Wege, ich mache halt ein Probebild, und regle entweder
  • die Blende - sofern sie nicht gestalterisch verwendet wird
  • den ISO Wert
  • die Helligkeit des Blitzes
  • oder am einfachsten: die Entfernung des Blitzes zum Motiv.
Meine Methode funktioniert bei dem Kerzenleuchter ganz gut, er ist nicht genervt, wenn ich etwas mehr Versuche brauche.
Wenn ich die Barndoor ein wenig öffne, bekommt der andere Blitz was mit und löst auch aus. Damit bekomme ich einen kleinen Blaustich rein, aber den finde ich als Kontrast zum Gelb gar nicht so schlecht. Der Blaustich läßt sich am besten über den Weißabgleich eliminieren, wenn er weniger stark sein soll: Sättigung von Blau runter regeln.




Was ich schon befürchtet habe (das habe ich bei anderen Low-Key Experimenten gelernt), passiert: die kleinen Kügelchen haben ja eine glänzende Oberfläche, und reflektieren sehr (un-)schön alles im Raum, wenn es hell genug ist: die beiden Blitze, die Couch, das Fenster, mich - also habe ich sie mit Lightroom mattiert.
Ach übrigends: Die Kerzen durfe ich nicht anzünden (außerdem haben sie wenig schönes schwarzes Wachs).

Nachmittags war immer noch keine Hoffnung auf besseres Wetter, also habe ich mir den nächsten Weihnachtsplunder, äh sorry Dekoration geschnappt und weiter experimentiert: mit einem Blitz, mit beiden, mit roter, gelber und weißer (diffus) Farbfolie. Die Barndoor blieb drauf und der Honeycomb (also die Wabe) auch.




Bei der gelben Variante sieht man im Vordergrund noch etwas Stoff (ich habe den  schwarzen Hintergrundstoff auf den Tisch gelegt, leider ist damit der Abstand sehr gering und alle Fusel sind sichtbar).
Bei der roten Variante glänzen die Kügelchen schön und wurden nachträglich mattiert.

Und zum Schluß noch eine Low-Key Aufnahem von den Sternen, die glänzen so schön.

Damit wünsche ich allen eine schöne Adventszeit.