Mittwoch, 26. November 2014

Vietnam: Saigon Teil 1

Im ersten Teil meines Reiseberichts geht es um Ho-Chi-Minh City. Nachdem die Einheimischen meistens noch Saigon sagen, und der District 1 auch offiziell so heisst, bleibe ich beim alten Namen.

Saigon war mein Basislager in Vietnam - hier bin ich angekommen, und habe zwischen den größeren Ausflügen ans Meer, nach Hanoi und Ha Long, und ins Mekong Delta, gewohnt.




Der erste Eindruck von Saigon (nach 15 Stunden Flug und überraschend schnellen Einreiseformalitäten): warm! Abends, im dunkeln, hatte es noch locker 30 Grad. Tagsüber ging das locker auf 35 Grad hoch, so dass ich mich Mittags gerne ins klimatisierte Zimmer zurückzog. Die Klimaanlage war in den letzten Tagen auf 25 bis 27 Grad eingestellt, so sehr hatte ich mich auf die Wärme umgestellt. Hin und wieder regnete es auch, meistens jedoch recht kurz.


Der zweite Eindruck: So viel Verkehr!



Die größeren Straßen sind vierspurig, und theoretisch fahren Busse und Taxis auf der inneren, und Motorräder auf der äußeren Fahrspur.






Außer sie biegen ab. Oder fahren ein kurzes Stück entgegen der Fahrtrichtung, weil sie ja gleich abbiegen müssen. Oder weil sie auf der anderen Spur schneller sind.


Für die ca. 9 Millionen Einwohner von Saigon gibt es ca. 4 Millionen Motorräder. Meistens Hondas (tatsächlich als Synonym zu Motorrad gebraucht), Yamahas und Vespas. Vietnam ist angeblich der viertgrößte Markt weltweit für Motorräder.
Gut, dass die Vietnamesen Motorrad statt Auto fahren, sonst gäbe es bei so vielen Fahrzeugen nur noch Stillstand im Verkehr und keine Parkmöglichkeiten.


In der ersten Tagen habe ich oft gedacht: Aha, ein Motorrad-Geschäft. Die gibt es zwar, aber vor jedem Laden stehen so viele Motorräder, wie bei uns nur in den Motorrad-Läden. Wo was los ist, sind viele Leute, und das heisst halt auch viele Motorräder.

Meistens mit mehr als einer Person besetzt. Ich habe schon ganze Familien auf dem Roller rumfahren gesehen.



Oder man transportiert noch irgendwelche kleine Nutzlasten.



Viele fahren mit Mundschutz und mit langer Kleidung, um sich gegen den Dreck zu schützen. Nach einigen Tagen rumlaufen merke ich auch, wie schlecht die Luft ist.



Und der dritte Eindruck: Alle quatschen die Touristen an, wollen etwas verkaufen (zu deutlich teureren Preisen als für Einheimische), oder eine Riksha-Fahrt oder Motorad-Taxi fahrt anbieten, oder Massagen oder eindeutige Angebote. Wenn man wie ich mit Fotoapparat, Baseball-Mütze und bleichen Beinen und Armen rumläuft, ist man erst mal Zielscheibe. Und Nein sagen will gelernt bzw. geübt sein. Besonders unangenehm waren mir die kleinen Mädchen, denen ich irgendwelchen Tand abkaufen sollte. Die waren richtig hartnäckig, vor allem im Touristen-Viertel.

Motorrad-Taxi mit der Kamera war mir erst mal zu riskant, allerdings habe ich mich zu einer Riksha-Tour überreden lassen.


So haben wir keine Abgase erzeugt, und ich konnte die Kamera schön in den Händen halten und drauf los fotografieren. Und ich war mittendrin. Im Verkehr. Wirklich mittendrin. In Vietnam gilt das Recht des stärkeren, also wenn der Bus dann links oder rechts rüber muss, fährt er.

das sind meine Füße unten ...
Ansonsten wird gehupt was das Zeug hält. Und die Motorräder fahren trotzdem. Und meistens passiert - nichts. Es wird nicht gebremst, sondern ausgewichen. Das galt auch für meine Riksha. Roten Ampeln waren als Orientierung zu verstehen. Und links kommt man halt schneller nach vorne, und fährt dann halt quer über die Straße.

Wie kommt man zu Fuß über die Straße? Mutig sein. Autos, Busse und Lastwagen vorbei lassen, ansonsten einfach gehen. Mit stehen bleiben verwirrt man die Motorradfahrer nur.


Saigon hat natürlich nicht nur Motorräder, sondern auch z.B. auch Architektur zu bieten. Alte, sprich französische aus dem 19. Jahrhundert, wie die Post, die Kirche, das Rathaus oder die Oper. Und ganz moderne, wie die Hochhäuser im Stadtzentrum.

Vor der Post wurde ich bei meinem ersten Besuch von drei Studenten aufgehalten und gefragt, ob sie mich für ihre Englisch-Hausaufgaben interviewen dürfen. Sie wollten wissen, woher ich komme, was da so los ist, wie mir Vietnam gefällt und so weiter. Sie haben die ganze Zeit mit den Handys gefilmt, und zum Schluss habe ich auch ein Bild von ihnen gemacht.



Die Post ist imposant. Die hat der Herr Eiffel entworfen und gebaut. Die Post Dienste habe ich zwar nicht gebraucht, dank vietnamesischer SIM Karte und Wlan überall war ich immer mit Zuhause in Kontakt, aber imposant war es schon. Auch die Touristen.









Die Oper ist umzingelt von modernen Hochhäusern: Hotels, Shopping Center, Business Center.









Den Bitexco Financial Tower sieht mal quasi von überall.










Über die Märkte, Tempel und Parks in Saigon erzähle ich im nächsten Eintrag.