Samstag, 30. Mai 2015

Abends im Friedhof oder: Warum es Sinn macht zu fotografieren auch wenn alles schief geht

Eigentlich wollte ich am Freitag Abend in den neuen Südfriedhof, um den Sonnenuntergang zu fotografieren, Spiegelungen im stehenden Wasser des Sees festzuhalten und das goldene Licht des Abends. Pustekuchen!




Warum Pustekuchen? Also erst mal: Als ich aus dem Haus bin, war es ziemlich bewölkt. Ich sah zwar noch einige Sonnenstrahlen in den Straßen, aber als ich mich dem Friedhof näherte, war klar: es wird gleich regnen. Ich hatte keine Jacke und keinen Schirm dabei.

Sollte ich also gleich umdrehen? Nein, dachte ich, ein paar Bilder werden schon gehen.

Die erste Überraschung im Friedhof war, dass einige Wiesen vom Rasenmäher verschont waren und mich ein dichtes Meer von blauen, gelben und weißen Blüten erwartete.
Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, aber die Weißen könnten Margeriten sein, die mir recht gut gefallen. Also hatte ich schon mal das erste ungeplante Fotomotiv.




Ich hatte das 24-105mm f/4 Objektiv dabei, also gingen weder ganz spektakuläre Aufnahmen mit offener Blende oder ganz besondere Makroaufnahmen. Allerdings finde ich, dass das 24-105, das ja oft als "Kit-"Objektiv für die Canon EOS 5D oder 6D belächelt wird, auch sehr schöne Aufnahmen mit großer Brennweite und Blende 4 macht - und das Bokeh (also die runden Unschärfen im Hintergrund) finde ich auch nicht schlecht. Das Vollformat sorgt noch für einen schönen weichen Verlauf.


Ein paar Übersichtsaufnahmen - da sieht der Himmel ja noch gut aus.








Eine Spiegelungsaufnahme habe ich noch hinbekommen, bevor es anfing zu regnen:




Es hat zwar nicht viel geregnet, aber der See war nicht mehr glatt. Das sah allerdings auch gar nicht so schlecht aus:



Schönes weiches Abendlicht hatte ich definitiv nicht. Dafür war das gleichmäßige, diffuse Licht unter den dunklen Wolken sehr gut geeignet, die Blumenwiesen darzustellen.

Auch die Parkbänke im Friedhof sehen so sehr idyllisch aus:






Kurz nach dem letzten Bild wurde ich von einer Dame auf dem Fahrrad gerufen - wie ich denn aus dem Friedhof wieder raus käme? Der macht nämlich im Mai um 20 Uhr zu - und das war schon rum. Die Dame hat mir dann noch freundlich erklärt, dass es zwei Ausgänge gibt, an denen man auch nach Schließung den Friedhof verlassen kann. Also bin ich doch noch ohne Probleme rausgekommen.

Also, es tut mir Leid, es ging einiges schief, ich habe keine Bilder mit Abendsonne und Sonnenuntergang. Dafür war die Ausbeute doch ganz gut, oder?