Mittwoch, 30. August 2017

Meine drei Kameras

So, jetzt ist es raus: Ich habe drei Kameras. Ganz schön protzig, oder?



Ich schätze so eine ähnliche Kamera wie die rechts hat fast jeder. Und die Spiegelreflex links habe ich bald 4 Jahre. Die in der Mitte ist also der Neuzugang, eine Kompakte.

Wieso die drei Kameras? Achtung, jetzt kommt Technik-Geschwafel! Wer das nicht so mag, schaut einfach die Bilder an.

Jede Kamera kann etwas was die anderen nicht oder nicht gut können:



  • Die Spiegelreflex bekommt viel Dynamik in einem Bild unter, dafür sind die HDR-Bilder  nicht so toll, das bekommen die anderen beiden besser hin. Eine Bildstabilisierung in der Kamera gibt es nicht.
  • Die Spiegelreflex macht 5 Bilder pro Sekunde. Die Kleine macht bis zu 7, und zwar ohne großes Geräusch. Das ist bei Portraits sehr von Vorteil, weil man da den richtigen Gesichtsausdruck (Stichwort: Augen sind zu) aussuchen kann. Die Handy-Kamera macht gleich Live-Bilder, also quasi ein kleines Filmchen, das den gleichen Vorteil hat.
  • Die Große sieht professionell aus, ist groß und schwer, und fällt auf. Eine Handkamera hat fast jeder, und sie ist quasi immer dabei. Die Kleine passt auch in die Hosentasche. 
  • Das Display der Kleinen lässt sich nach oben und vorne drehen, so dass Bilder unten oder oben, und Selfies möglich sind.
  • Bei der Großen habe ich zwei lichtstarke Objektive (Festbrennweiten 85mm un 28mm, Blende 1.8) und nehme in Kauf dass ich wechseln muss bzw. mit den Füßen zoome (also den Bildausschnitt durch Bewegung von mir bestimme).
  • Die Handy-Kamera hat nur eine Brennweite (mit fester Blende 2,2), und ist super für Übersichts-Aufnahmen weil sie sehr weinwinkelig ist.  
  • Die Kleine kann (bezogen auf Kleinbildformat) 24-105mm bei Blende 1.8 bzw. 2.8. Das kommt nah an die Große ran, und erlaubt auch bei wenig Licht gute Bilder. 
  • Ich nutze gerne offene Blenden (für Bokeh, also bewusste Unschärfen) und hohe Blenden-Zahlen (11 und höher) um Sonnenstrahlen zu erzeugen - das geht mit dem Handy nicht.
  • Bei der Kleinen kann ich wie bei der Großen fast alles einstellen was ich möchte, und da beide von Canon sind, habe ich die Bedienung schnell erlernt. Die beiden lassen sich auf meine vorhandenen Stative schrauben (was ich für Video-Schwenks und Langzeitbelichtungen brauche). Obwohl es schon komisch aussieht, wenn der Stativkopf schwerer und größer ist als die Kamera.
  • Mit der Kleinen spiele ich jetzt mit Videos. Schwenks gehen dank Bildstabilisierung ganz gut, manuelle Verschlusszeiten (Bäche bei 1/15 Sekunde) sehen lustig aus.



Also genug Technik-Gelaber, wo sind die Bilder? Ich bin tatsächlich mal mit allen drei Kameras abends durch München gelaufen, um Brunnen zu fotografieren. Als erstes bin ich gleich mal an einem anderen Motiv hängengeblieben, nämlich abgestellten Weingläsern.

mit der kleinen Kamera, für 1/13 Sekunde aus der Hand gut scharf geworden

auch mit der Kleinen

mit der Großen, man sieht schon den Schärfenverlauf eines Vollformat-Sensors und offener Blende



Die Handy-Kamera war super um die Umgebung mit einzufangen:



Warum habe ich mit der Kleinen ein 1/13 Sekunde genommen? Gute Frage. Ich spiele da noch mit dem Vollautomatik-Modus rum. Die Kleine muss ich mit Brille auf der Nase bedienen (kein Sucher mit Dioprien-Ausgleich), um alle Einstellungen zu sehen. Daran muss ich mich erst gewöhnen.


Weiter ging's auf den Stachus. Im Sommer ist der fest in der Hand von Touristen. 








meine Frau wollte auch das Bild in Farbe haben


Die meisten Bilder hier sind von der Großen. Die habe ich gut im Griff und kann ohne Nachdenken drauf los fotografieren. Mit der Kleinen habe ich ein paar Videos gemacht, meist kurze Sequenzen. Als dann ein bayrisch gekleideter Mann (Einheimsch oder Tourist?) vorbeikam, musste ich mitschwenken. Alles gut!





Mit der Handy-Kamera habe ich ein Panorama gemacht - das geht ganz einfach. Wenn man allerdings den Bildausschnitt nicht gut wählt, sieht man das im Panorama auch. Bei 8100 x 1900 Pixel kommen viele Details drauf, hier im Blog zeige ich 1/10 davon.














Dann ging ich weiter zum Lenbachplatz. 

Ich hatte extra ein Stativ dabei, und es wie so oft nicht benutzt: Die Kleine hatte ISO 250 und 1/25 bzw. 1/10 (absichtlich) Sekunde Belichtungszeit, das ist bei Wasser prima. Die Große war bei ISO 320 bzw. 600, da rauscht auch fast nix, und was ohne Bearbeitung aus der Kamera an Kontrasten rauskommt, gefällt mir.










Wie geht's also weiter? Ich habe jetzt 3 Kameras zur Auswahl. Die Handy-Kamera ist eigentlich immer dabei, und wenn ich mit Rucksack unterwegs bin, kann ich alle 3 mitnehmen. Wenn ich die Brille auf die Nase setze, kommt wahrscheinlich die Kleine zum Zug. Die Große ist mit ihrer Qualität für klassische Fotos ein verlässlicher Partner, und bei neumodischen Sachen lässt sie den Joungstern den Vortritt.